doris würgert   heidemarie hauser   christine kummer   yukara shimizu   herman de vries   markus wimmer   klaus von gaffron   dorothee von windheim
  10.00 uhr nachmitttags   "erinnerung" haus nr.466/landshut 1999   tag/nacht   ohne titel   garten der freiheit   die 13 blätter der mystischen rose   blumenteppich   herzstücke
  die projektion der künstlerin erhält ihre spannung durch die enttäuschten erwartungen. die vielschichtigkeit der abgebildeten räume tritt zum realen raum in widerspruch. das modell eines außenraumes wird im innenraum inszeniert, dessen abbild wiederum paßt sich in die umgebung der tiefgarage ein, eine völlig absurde situation.   mit ihrer arbeit "erinnerung" thematisiert heidemarie hauser die historische bedeutung eines verschwundenen ortes. als melancholische replik inszeniert sie an der rückwand des vom abriß bedrohten hauses des gasthofes "freischütz" die großfotografie eines innenraumes. privater raum wird zum ort öffentlicher erinnerung.   die kindlich naive zeichnung erinnert an den verlust des ortes der kindheit. das verlassene haus wird durch seine künstlich erleuchteten fenster zum puppenhaus, dessen größenverschiebung an traumsituationen denken lässt.   die bedeutung vergessener orte ist und bleibt ambivalent. durch vernachlässigung sind sie den übergriffen der natur und der zeit überlassen. form wandelt sich in chaos, physik in metaphysik, leben in tod - oder umgekehrt. je nachdem, ob man den übergriff der natur als rückkehr des lebens oder das verschwinden der menschlichen eingriffe als tod definiert. der wechsel von tag und nacht, licht und dunkel wird in den bildern umgekehrt.   die idee des "sanktuarium" weitergeführt - eines respektierten und geschützten raumes, wo "nicht menschliche entscheidungen über den pflanzenbewuchs sondern die natur selbst dafür sorgt, dass leere erde, ... belebt wird". schon vorhandenes naturgewachsenens terrain wird durch künstlerische intervention zur allegorie des heiligen haines.   13 fotografien von zeichnungen der westmauer des herzoggartens beschildern den weg auf den landshuter hofberg. ein vergessener ort für intime treffen und bekenntnisse wird in das blickfeld der öffentlichkeit gerückt. der hofgarten als künstliches paradies, der hofberg als heimlicher treffpunkt, die mystische rose - durch die zahl 13 symbolisiert - rufen sehnsucht nach unerreichbaren verlorenen orten wach.
fotografie: harry zdera. digitale bearbeitung: christoph edenhauser
  die "wilde" natur muss geschützt werden, damit sie nicht weiter zerstört wird. als schutzgebiet darf sie nicht betreten werden, sie ist ein verlorener ort. dagegengesetzt werden parks oder in kunststoff gepresste natur - ein nahezu unzerstörbares abbild.   die in baumrinden geschnitzte herzen vom kapuzinerberg sind "gefundene selbstporträts", die eine spezifische geschichte eines menschen erzählen und dokumentieren. sie stellen aber auch eine verbindung zur herzsymbolik der christlichen kirche her und erinnern in ihrer darstellung in entfernter hinsicht an den abdruck des christuskörpers auf dem turiner grabtuch.
  doris würgert, münchen
geboren 1960 in osterhofen
1998 "somewhere - nowhere", atelier 83, berlin
1999 "dazwischen" marquardt ausstellungen, münchen
D.M.W@t-online.de
  heidemarie hauser, rosenheim
geboren 1942
1992-1999: abrissprojekt: erinnerung
1999 , jahresausstellung "kunst im kurpark", videoarbeit "erinnerung", kunstverein bad aibling
HauserAtelier@gmx.de
  christine kummer, münchen
geboren 1966 in kronstadt
1998 kunst geht baden im westend, münchen
1999 werkstatt, mücnchen
  yukura shimizu, münchen
geboren 1964
kunstraum 34, stuttgart
gallery 360° tokio
  herman de vries, knetzgau/d
terrain vague, lyon
1998-2004 het bomenmuseum, den haag
  markus wimmer, landshut, münchen
geboren 1962
WACH2SEN, künstlerbuch, art frankfurt (mit christoph dahlhausen)
ILL4US2ION, ausstellung und performance, galeriehaus, nürnberg
wimmer@larosa.de
  klaus von gaffron, münchen
geboren 1946
stapelhaus, BBK, köln
hozo factory, münchen
  dorothee von windheim, köln
geboren 1945
1997 entgegen - gedächtnis, körper, religion, kulturhaus graz
1998 stoned ground, oude kerk, amsterdam